letzte Änderung am: 22 Juli 2011

Erich-Schröer-Preis

1. Preisverleihung 2007

Samstag, 20. Oktober 2007  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Westerkappeln)

 Mit dem Erich-Schröer-Bürgerpreis ist am Mittwoch,dem 17. Oktober 2007  Helga Beimdiek ausgezeichnet worden. Der SPD-Ortsverein, der die Ehrung zum ersten Mal vornahm, würdigte das „besondere soziale und kulturelle Engagement für Seniorinnen und Senioren in Westerkappeln". Helga Beimdiek ist seit neun Jahren als ehrenamtliche Helferin im Altenheim Haus der Diakonie aktiv. Die Ehrung ist verbunden mit einem Preisgeld von 500 Euro. In seiner Laudatio betonte der SPD Bundestagsabgeordnete Reinhold Hemker, dass die Tätigkeit von Helga Beimdiek „getragen ist vom Wunsch, Menschen Freude zu bringen."Die Wurzeln für diese bemerkenswerte Einstellung lägen bereits in der Kindheit der Preisträgerin, die stark von christlichen Grundüberzeugungen geprägt gewesen sei. Auch SPD-Ortsvorsitzender Ralf Kutschwalski, Bürgermeister Ullrich Hockenbrink und Friedhelm Schönhoff, Leiter des Hauses der Diakonie, honorierten die Arbeit Beimdieks mit lobenden Worten. Glückwünsche gab es zudem von den ehrenamtlichen „Mitstreitern", den Mitarbeitern der Senioreneinrichtung und natürlich auch von deren Bewohnern. Helga Beimdiek unterstrich, dass sie die Auszeichnung stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer des Hauses der Diakonie entgegennehme. Sie dankte zudem der Jury und hier wiederum besonders Lilli Schröer seiner Ehefrau. Erich Schröer, der 2003 verstarb, war von 1979 bis 1996 Bürgermeister. Darüber hinaus bekleidete er zahlreiche weitere Ehrenämter. 1986 war ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden.

2. Preisverleihung 2009

 Montag, 29. Juni 2009  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Westerkappeln)

 „Sein Lob mit Freude an der Musik zum Ausdruck bringen", wollte Dr. Reinhold Hemker, als er - mit Unterstützung des Publikums in der Handarper Kirche - eine gleich dreiteilige Laudatio auf den Preisträger des Erich-Schöer-Bürgerpreises, den der Westerkappelner Ortsverein der SPD in diesem Jahr zum zweiten Mal verlieh, hielt. Auf die Melodie der „Holden Gärtnersfrau", in Form eines variierten Rocksongs aus den 1960er Jahren und in einem „Seniorenlied, das man nur gut aushalte, wenn man gut drauf sei", ließ der Bundestagsabgeordnete der SPD am Freitagabend die vergangenen 60 Jahre des Spielmannszuges des Schützenvereins Velpe mit Drehorgel- und Gitarrenmusik Revue passieren. Er lobte die „flotten Leute, die mit ihrer Musik „viele Scharen erfreuten", auch moderne Instrumente zum Klingen brächten und einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit der Gemeinde beitrügen. Die schönen Klänge für das Ohr sollten weiter jeden Saal erfüllen, und mit Humor weiter zu machen, riet Hemker den Musikern, die er dann gleich auch nach Berlin einlud, bevor er der ersten Vorsitzenden Sandra Kissman die Urkunde zum mit 500 Euro dotierten Erich-Schöer-Bürgerpreis überreichte. Der Spielmannszug fühle sich sehr geehrt, der zweite Preisträger zu sein, dankte Sandra Kissman Reinhold Hemker und dem SPD-Ortsverein. Sie seien überrascht gewesen, als sie davon erfahren hätten, erinnerte sie sich. Die Freude, gemeinsam Musik zu machen und das Wissen und Können an den Nachwuchs weiterzugeben, werde nicht nur in den Proben und bei Auftritten gelebt. Die Musiker fühlten sich wie in einer großen Familie, jede passe auf jeden auf und jeder lerne von jedem. „Der Preis bestärkt uns in unserer Arbeit und hilft uns sie weiterzuführen", war Kissman überzeugt.Was Ehrenamt eigentlich bedeute, fragte Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Menschen, die ein Amt ausübten, ohne Bezahlung, lediglich mit Aussicht auf die Ehre, verdienten eine Auszeichnung, wie sie der Spielmannszug erhalte, und beschrieb den Preisträger an Hand der vier Buchstaben des Wortes „Ehre". E stehe für Einsatz (viele Musiker, die im Gleichklang spielten und sich für die Ausbildung junger Menschen einsetzten), H für die Heiterkeit der Musikstücke, R für Respekt, dass der Spielmannszug seine Aufgaben bereits seit 60 Jahren erfülle, und das letzte E für Engagement, Engelsgeduld oder Ehrgeiz, den Spielmannszug in eine gute Zukunft zu führen. „Auch Erich Schröer engagierte sich, in der Politik, der Kirche, der Gewerkschaft und verschiedenen Vereinen", stellte Hockenbrink die Verbindung zu seinem ehrenamtlichen Vorgänger im Bürgermeisteramt und zum Namensgeber des Preises her. Dass die Preisverleihung zur Anerkennung der hervorragenden Jugendarbeit gerade in der Handarper Kirche, die es ohne ehrenamtliches Engagement gar nicht mehr gäbe, stattfinde, sehe er als Symbol, betonte Hockenbrink.Sie freue sich, dass die Kirche wieder so voll sei, betonte Susanne Frömel, Vorsitzende des Fördervereins Bürgertreff Handarper Kirche, der sich seit zwei Jahren erfolgreich für den Erhalt der Kirche einsetzt. Im Rahmen der Begrüßung der Gäste hatte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Ulrich Kröner, kurz auf das Leben und Wirken Erich Schröers, der 17 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Westerkappeln gewesen war, zurückgeblickt. Er habe sich immer für seine Mitbürger eingesetzt, die SPD profitiere noch heute von ihm. Während der kleinen Feierstunde gab der Spielmannszug Velpe natürlich auch einige Kostproben aus seinem Repertoire zum Besten.

3. Preisverleihung 2011

 Montag, 18. Juli 2011  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Westerkappeln)
Westerkappeln - Der vor drei Jahren vom SPD-Ortsverein erstmalig verliehene Erich-Schröer-Bürgerpreis zur Auszeichnung ehrenamtlichen Engagements geht in diesem Jahr an den Posaunenchor der evangelischen Kirche Westerkappeln. Passend, denn der Chor feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Am Freitagabend überreichte der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhold Hemker während einer Feierstunde in der Handarper Kirche den mit 500 Euro dotierten Preis an Heinz Hackmann, das älteste Mitglied des Posaunenchors.
Hackmann bedankte sich im Namen aller Chormitglieder für die Auszeichnung. ,,Warum bekommen wir so einen schönen Preis?”, fragte Hackmann bescheiden, versuchte sich aber gleich drauf daran, selber eine Antwort zu geben. Außer dem Chor-Jubiläum könne die zehnjährige Mitgliedschaft im Wersener Posaunenchor des 2003 verstorbenen Westerkappelner Bürgermeisters Erich Schröer eine Rolle bei der Auswahl gespielt haben, mutmaßte Hackmann. Schröer war 1941 in den Posaunenchor eingetreten. Es sei damals eine schwierige Zeit für die Chöre gewesen, betont Hackmann und erinnert an das Versammlungsverbot. Erich Schröer aber habe sich nicht abschrecken lassen und zum Posaunenspiel animiert, betont Bürgermeister Ullrich Hockenbrink in seiner Rede.
Auch seine Ehefrau Lilli Schröer könne ein gutes Wort für den Posaunenchor eingelegt haben, forscht Hackmann weiter nach. ,,Wir haben oft für Erich Schröer gespielt. Auf Geburtstagen oder Hochzeiten.” Er habe immer gerne eine Runde für den Chor ausgegeben, erinnert sich Hackmann schmunzelnd: ,,Gegen die Trockenheit im Hals.” Dass die Bläserspieler gelegentlich mit ausgetrockneter Kehle zu kämpfen hätten, ist auch Dr. Reinhold Hemker zu Ohren gekommen. Das sei wohl ähnlich dem Schmieren der Stimme bei den Sängern. Der Lehrer und Theologe vermutet, das müsse auch der ,,katholische Bruder” erkannt haben, der den Westerkappelner Chormitgliedern nach einem Auftritt ein geistiges Getränk angeboten habe. ,,Es soll Wacholder gewesen sein”, hatte Hemker in Erfahrung bringen können.
,,Der Mann der Laudatio”, wie in SPD-Ortsvereinsvorsitzender Ulrich Kröner ankündigt, ist an diesem Abend in Bestform. Zum dritten Mal in Folge verleiht er den Bürgerpreis. ,,Ich komme gerne nach Westerkappeln.” Musikalisch begleitet er seine selbstgedichteten Lieder mit seiner altehrwürdigen Drehorgel oder der Gitarre. Seine Lobrede ist ebenso informativ wie humorvoll gestaltet. Er geht der Frage nach, welche Instrumente in der Bibel Erwähnung finden und zu welchen Anlässen laut dem Buch der Bücher Musik gespielt wurde.
Westerkappeln habe keine Oper, kein Stadttheater und auch keine Freilichtbühne. Dennoch verfüge die Gemeinde über ein lebendiges Kulturleben, stellt Hockenbrink fest. Im hohen Maße habe der Posaunenchor in den vergangenen 100 Jahre dazu beigetragen. Ohne ehrenamtliches Engagement sei die hohe Lebensqualität in der Gemeinde nicht aufrechtzuerhalten.
Ulrich Kröner,Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, betont in seiner Begrüßungsrede, dass es ihn freue, Mitglieder aller im Rat vertretenen Fraktionen unter den Gästen ausmachen zu können. Auch wenn es unterschiedliche Meinungen gebe, das Wohl der Gemeinde sei das gemeinsame Anliegen. ,,Das ist Demokratie. Wenn wir so handeln, handeln wir im Sinne von Erich Schröer.”
Heinz Hackmann kennt sich übrigens gut in der Chronik des Posaunenchores aus. Mit amüsanten Anekdoten aus dem Chorleben brachte er die Zuhörer zum Schmunzeln. Rund 30 Einsätze habe der Posaunenchor pro Jahr, die Übungsabende nicht mitgerechnet. Gespielt werde unter anderem auf dem Mai- sowie dem Weihnachtsmarkt, Volkstrauertag, Geburtstagen und Hochzeiten. Einmal habe der Posaunenchor auch in der Silvesternacht einen Auftritt auf dem Kirchplatz gehabt. Punkt Mitternacht habe der Chor das neue Jahr musikalisch begrüßen wollen. ,,Es schneite. Dann gingen die Knaller los und die Kirchenglocken erklangen. Das haben wir nie wiederholt”, erzählte Hackmann verschmitzt, bevor der Posaunenchor unter der Leitung von Martin Ufermann die Feierstunde musikalisch abrundete.